Das kalte Herz – Märchenklassiker und DEFA-Filmgeschichte
„Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt…“ – mit diesen Worten ruft der arme Köhlerjunge Peter Munk das Glasmännlein, einen guten Waldgeist, herbei. Er träumt von Reichtum, Anerkennung und Liebe – und begibt sich auf einen gefährlichen Pakt mit dem Holländer-Michel. „Das kalte Herz“ ist ein zeitloses Märchen von Wilhelm Hauff, das Generationen geprägt hat – literarisch und filmisch.
Wilhelm Hauffs Märchenvorlage
Die literarische Vorlage entstand im 19. Jahrhundert und gehört zu den bekanntesten Kunstmärchen deutscher Sprache. Hauff verknüpft Motive aus dem Schwarzwald mit einer moralischen Erzählung über Habgier, Mitgefühl und die Suche nach dem eigenen Herzen. Das Märchen ist kostenlos online lesbar:
📚 Google Books: Das kalte Herz
Der DEFA-Klassiker von 1950 – Drehorte in Thüringen
Im Jahr 1950 wurde Das kalte Herz unter der Regie von Paul Verhoeven im Studio Babelsberg und in Thüringen gedreht. Der Lauchagrund diente als Kulisse für den ersten DEFA-Farbfilm, obwohl die Geschichte im Schwarzwald spielt. Die Felsformationen prägen das Landschaftsbild.
In Bad Tabarz in Thüringen wurden Szenen im Wald gefilmt. Der Drehort im Lauchagrund / Felsenthal liegt am Backofenloch Rundwanderweg – Tour 6 -Bad Tabarz . Hier steht die Gedenktafel „Kaltes Herz“ und hier gibt es auch eine Stempelstelle für die Bad Tabarzer Wandernadel, Drehort „Kaltes Herz“ – Stempel 19.
Das kalte Herz war der erste DEFA-Farbfilm und zugleich der erste DEFA-Märchenfilm – ein bedeutender Meilenstein für den ostdeutschen Film.

Filmische Umsetzung:
Peter Munk, der Köhlerjunge, sehnt sich nach Wohlstand, um die Liebe von Lisbeth zu gewinnen. Das Glasmännlein erfüllt ihm drei Wünsche, doch Peters Gier führt ihn in die Falle des Holländer-Michel, der sein Herz durch einen Stein ersetzt. Ohne Mitgefühl wird Peter reich – aber auch grausam. Erst nach einem tragischen Wendepunkt erkennt er seine Fehler und wendet sich erneut dem Glasmännlein zu.
🎬 Hauptdarsteller:
- Peter Munk: Lutz Moik
- Lisbeth: Hanna Rucker
- Glasmännlein: Paul Bildt
- Holländer-Michel: Erwin Geschonneck
📺 Film online sehen:
ARD Mediathek – Das kalte Herz (1950)
Weitere filmische Adaptionen von „Das kalte Herz“
Das Märchen wurde mehrfach neu interpretiert – als Realfilm, Zeichentrick oder Serie:
🎞️ ZDF-Märchenperlen (2014)
- Regie: Marc-Andreas Bochert
- Klassische Neuverfilmung mit liebevoller Ausstattung
- ZDF Mediathek – Das kalte Herz (2014)
🎥 Das kalte Herz (2016) – Kinoverfilmung
- Regie: Johannes Naber
- Mit Frederick Lau, Henriette Confurius, Moritz Bleibtreu
- Visuell beeindruckende und moderne Interpretation
- Kinostart: 20. Oktober 2016
🎨 Animationsfilm von Hannes Rall (2013)
- Stilvoller deutscher Zeichentrickfilm
- Künstlerische Umsetzung mit expressivem Zeichenstil
- Filmwebsite
📺 ZDF-Miniserie (1978–1979)
- Regie: Werner Reinhold
- 6-teilige Kultserie (je 30 Min.), u. a. gedreht in der Iberger Tropfsteinhöhle (Harz)
- Pidax DVD – Das kalte Herz (Serienklassiker)
Fazit: Ein Märchen mit Herz – und Geschichte
„Das kalte Herz“ ist mehr als ein Märchen – es ist ein Spiegel menschlicher Wünsche, Irrwege und Reue. In den verschiedenen filmischen Umsetzungen zeigt sich auch die Wandlungsfähigkeit klassischer Stoffe, von DEFA-Farben bis zur modernen Kinoleinwand. Für Thüringen bleibt der Filmklassiker von 1950 zudem ein wichtiges kulturelles Zeugnis, gedreht in einer Zeit des Aufbruchs und der neuen Erzählformen.
Weitere Links:
- Thüringer Allgemeine Artikel: Sagenhaft: „Der Lauchagrund bei Bad Tabarz ist Schauplatz schauriger Geschichten und Drehort eines Defa-Films“ (mit Bilderserie)
- Märchen im Film-Blog: „Märchenhafte Drehorte: Wo das kalte Herz schlägt“
- YouTube Video von Jan auf Tour: Wanderung zum Drehort Das kalte Herz

